Entry: Die Perfektionismusfalle Saturday, January 31, 2004



Perfektionismus, ein allgegegenwärtiges Problem in unserer Gesellschaft. Doch ist es eher unterschwellig vorhanden. Das Wort Perfektionismus ist kein Wort, das man jeden Tag in der Zeitung liest. Ab und zu sagt vielleicht mal jemand: "Weißt du, ich bin perfektionistisch veranlagt!", um damit eine Ausrede zu haben, dass er für gewisse Dinge zu viel Zeit verwendet und dafür andere Dinge vernachlässigt. Was ist Perfektionismus? Woher kommt er? Seit wann gibt es ihn? Und, ist er positiv oder eher gefährlich?

Perfektionismus ist das Bestreben, alles vollkommen zu machen. Es ist auch der Wunsch, alles zu haben. Er entspringt unserer Sehnsucht nach dem Vollkommenen, dem Göttlichen. Und genau da liegt auch das Problem. Kein Mensch auf dieser Erde ist vollkommen. Deswegen ist jedes Bestreben nach absoluter Perfektion immer eine Illusion, die zum Scheitern verurteilt ist und Frustration erzeugt.

Trotzdem wird uns besonders in den Medien ständig Perfektionismus suggeriert. Das beginnt bei dem durch die Medien bestimmten Schönheitsideal und durchzieht praktisch alle Lebensbereiche. Außerdem wird uns vorgegaukelt, alles müsse Spaß machen und leicht sein, doch darüber werde ich ein anderes Mal schreiben. Doch niemand sagt uns, dass diese perfekte Welt, die dort beschworen wird, eine Illusion (und damit Lüge) ist und nicht die Realität!

Wie alt ist die Sehnsucht nach Perfektion? Ist es ein modernes Problem? Nein! Dieses Problem ist so alt wie die Menschheit selbst. Ganz am Anfang der Bibel, inn 1. Mose 3, kann man die bekannte Geschichte von Adam, Eva und der verbotenen Frucht nachlesen. Adam und Eva wollten perfekt sein, sein wie Gott, und genau das zerstörte ihr Leben, aber nicht nur ihres, sondern das der ganzen Menschheit. Sie glaubten, durch das Essen der Frucht große Vorteile zu bekommen, aber die daraus entstehenden Konsequenzen wollten sie nicht sehen. Die Konsequenzen waren ihnen durchaus bekannt, denn Gott hatte sie ihnen eindeutig gesagt. Perfektionismus hat immer auch etwas zu damit, dass man besser sein will als andere und vielleicht sogar als Gott. Und genau diese Einstellung bringt Neid, Hass, Streit, Eifersucht und viele andere schlechte Dinge hervor.

Was ist der Ausweg? Nachlässigkeit und Schlamperei? Bestimmt nicht! Jeder Mensch sollte alles daran setzen, alles was er tut, auch die allerkleinsten Dinge, so gut, gründlich und gewissenhaft wie möglich zu tun - nur wird es eben nie perfekt sein. Es geht darum, seine eigenen Schwächen und Fehler zu erkennen und zu akzeptieren, denn nur so wird man erkennen, wie abhängig jeder Mensch von Gott ist. Nur mit Seiner Hilfe können wir unsere Unvollkommenheit in einem lebenslangen, harten, aber lohnenden Prozeß überwinden.

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